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Michy Reincke Osnabrück - Lagerhalle 10.02.2002

Zwei Fehleinschätzungen werden Herrn Reincke wohl sein Leben lang begleiten. 1. Michy Reincke wird mit Micky Krause verwechselt, 2. Michy Reincke ist doch nur in der Homosexuellen-Szene bekannt.
Letzteres stimmt natürlich überhaupt nicht, wird aber auch nicht entkräftet. Nun also Michy Reincke in der Lagerhalle in Osnabrück. Hier habe ich sie schon alle gesehen, FLATSCH, RODGAU MONOTONES, TOM LIWA, SALLY BARKER und nun auch Michy Reincke. Er ist nicht allein, er hat einen weiteren Gitarristen und einen Akkordeon-Spieler mitgebracht. Im Verlauf des Abends lerne ich, wie es klingt, wenn jemand einen Verzerrer oder ein WahWah-Pedal mit einer Westerngitarre kombiniert. Der Akkordeon-Spieler ist eigentlich Schlagzeuger, aber das Schlagzeug hätte nicht ins Auto gepasst.
So saß ich also in der vorvorletzten Reihe und ließ mich von den Darbietungen berieseln. Wenn man etwas gut findet, geht die Objektivität meistens flöten und deshalb schreibe ich jetzt, dass es mir gefallen hat. Es gibt Lieder und Geschichten. Es sind die Songtexte, die etwas bei mir auslösen. Nicht so plakativ und geballt wie Reinhard Mey und auch nicht so poetisch wie Tom Liwa. Irgendwo in der Mitte und musikalisch sehr "schlagerhaft", aber nicht negativ. Nette Lieder für nette Menschen mit netten Problemen. Interessant zwischendurch die These, das Frauen so sind wie sie sind läge allein daran, dass es Frauenmagazine gibt, die den Frauen sagen, wie sie zu sein haben.
2 1/2 Stunden beste Unterhaltung gehen mit den Hits "Taxi nach Paris", "Valerie Valerie" und "Nächte über's Eis" zuende. Seichte Unterhaltung? Nein, eher so wie ein Textzitat: Opium ist das Kino für die Blinden.

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