Von Reunionen und der Unmöglichkeit eines Vorprogramms

Es gibt Tage, an denen wünsche ich mir eine Reunion der Doofen. Da weiß man wenigstens, wie man dran ist. Besonders, wenn ich nach Hannover sehe und dort am 08. August die Rolling Stones spielen. Musikalisch sind die Doofen nicht so belanglos wie es aussieht. Immerhin haben sie ihre verrückten Ideen ausprobiert. Ein Umstand, den sich auch Helge Schneider längst zunutze gemacht hat. Das eine ist dann albern und das andere ganz große Kunst, so wie die Hochbahn von Wuppertal.

Mick Jagger soll ja damals bei BAP schon gefragt haben „What the hell is that?“. Der Bengel scheint nichts von seiner Naivität eingebüßt zu haben und jetzt sind die Rolling Stones den Provokateuren Deluxe aufgesessen. Wie kommt jetzt die Verbindung zu den Doofen? Nun, Gerüchte besagen, man hätte den Stones eine CD von Wigald Boning und Olli Dietrich vorgespielt und gesagt, das wären die Bonkelz. Keith Richards hätte gelacht, als man ihm den Satz „Mief, Mief, Mief – sagt doch über den Charakter gar nichts aus.“ übersetzte. Das musikalisch betrachtet die Bonkelz höchstem zu dem Toastbrot reichen, welches die Doofen besingen bedarf keiner Diskussion.


Rolling Stone Forum für den Grimme-Preis vorgeschlagen

Unter strengster Geheimhaltung und offensichtlich von geistig Verwirrten auf offener Straße skandiert, kursieren Gerüchte, dass das RS-Forum (Community-DeLuxe) für die Vorauswahl zur Qualifikation der Nominierung zum Grimme-Preis vorgeschlagen wurde. Insbesondere die Themenvielfalt und Meinungseinfalt gepaart mit gelegentlichen Fropants und rhetorischen Grundsatzdiskussionen auf höchstem Nivea (vgl. Sonnenmilch) hätte der Jury gereicht, diesen außergewöhnlichen Quell von Lebenserfahrung und Borniertheit vorzuschlagen.

Der Grimme-Preis ist ein begehrter Titel unter geistigen Tieffliegern und ein Muss für Typen wie Harald Schmidt. RTL-Samstag-Nacht wurde auch mal geehrt. Unter kulturell schaffenden ist der Preis vergleichbar mit dem Bundesverdienstkreuz, das ja schon Udo Lindenberg und Wolle Niedecken abgegriffen haben. An dieser Stelle die Frage: „Wo ist Bohlen“.

Familienzusammenführung online

Es handelt sich um das Königspaar, das nie zusammen kommen konnte. Was vor Monaten, man könnte sagen, vor Jahren nicht möglich war und Inserate in Tageszeitungen mit teuren Telefonnummern nach sich zog, erledigt heute der beste Freund der Gelangweilten – der Computer. Einmal angemeldet in Diskussionsforen und aktiv dabei ist es eine Frage der Zeit, bis sich Familienmitglieder unter falscher Flagge über den Weg laufen. Kurz darauf trifft sich die Online-Familie und obwohl sie sich noch nie gesehen haben erkennen sie sich. Der angewinkelte Daumen und der gestreckte Zeigefinger – der wahlweise rechten oder linken Hand – verrät den Maus-User. Gesunde Blässe, zugekniffene Augen bei Tageslicht und eine gänzlich fremde Wortwahl bei

Gesprächen verraten den Forumianer fürderhin. Einige Eingeloggte finden sich derart kompatibel, dass von einem Moment auf den anderen ein Streit um Maus und Tastatur entfacht, der in Kissenschlachten, Sonnenbrand und gelegentlichem Fernbleiben vom Forum endet. Wenn das Schule macht, vereinsamen wieder nur die schwer vermittelbaren Singles. Für die gibt es dann noch die teuren Telefonnummern und nichts hat sich geändert.

<<< zurück

.